Zertifizierte Passivhausplanung

Als zertifizierter Passivhausplaner biete ich nicht nur meine Leistung als Planer an, sondern auch die des Qualitätssicherers für eine bereits vorhandene Planung. Hier bin ich z.B. bei Proklima-Hannover als QS für die „Passivhaus-Gebäudehülle“ zugelassen.

Die Passivhaus-Gebäudehülle


Bei der Planung einer Passivhaus-Gebäudehülle wird das Augenmerk auf folgende 6 Kernpunkte gelegt:

 

  • Erstellung der kompletten Planungsunterlagen
    (Bauantragsunterlagen, erweitert um die Kennzeichnung der thermischen Gebäudehülle)
  • Detaillierte Beschreibung aller relevanten Bauteilaufbauten mit energetischen Kennwerten
  • Erstellung der energetischen Berechnung
  • Erstellung eines Konzepts zur Wärmebrückenminimierung der Bauteilanschlüsse
  • Erstellung eines Konzepts für die Luftdichtheit der Gebäudehülle
  • Erstellung eines Konzepts für den sommerlichen Wärmeschutz

 

Zusammen mit der ebenfalls detalliert zu planenden Haustechnik wird abschließend folgender Nachweis geführt :

 

Der Jahresheizwärmebedarf darf maximal 15 kWh/(m²a) und der Primärenergiebedarf maximal 120 kWh/(m²a) für alle Haushaltsanwendungen (Heizung, Warmwasser, Hilfsstrom und Haushaltsstrom) betragen.

Als Nachweisverfahren dient das aktuelle "Passivhaus-Projektierungspaket".

 

 


Die Mehrkosten eines Passivhauses (Wohngebäude)

Das Thema "Mehrkosten eines Passivhaues" wird oft kontrovers geführt.

In dieses Thema möchte ich hier auch gar nicht intensiv einsteigen, aber die Ursache für die große Palette an unterschiedlichen Meinungen liegt auf der Hand:
Es ist die ungleiche Basis!

 

Die Basis ist nicht nur das "Standard-Haus" nach aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) sondern auch die Art und Weise des Bauens an sich.

Auch bei einem Standard-Haus nach EnEV sind natürlich die o.g. Anforderungen an die Gebäudehülle in abgeschwächter Form einzuhalten. In der Folge ist bei einer guten Planung der Mehraufwand auch eher gering. Hier betragen die Mehrkosten in der Regel ca. 12-18%.


Ein Passivhaus ist aber "en vogue" und es gibt etliche Anbieter, die natürlich auch Passivhäuser im Programm haben, Die Folgen aus den o.g. Anforderungen sind leider oft "eher unerwüscht", denn man muss ja jetzt gewissenhaft und prüffähig planen und bauen.
Folge: Großer Aufwand! Risikozuschlag!

Hinzu kommt, dass die EnEV-Basisvariante oftmals nicht annähernd die eigentlich sowieso geforderten Anforderungen hinsichtlich Luftdichtheit und Wärmebrückenminimierung beinhaltet.

Folge: Die daher niedrige Basis führt zu hohen prozentualen Mehrkosten!

 

 


 

Die Mehrkosten für eine Sporthalle in Passivhausbauweise

 

Je größer das Gebäude, desto geringer sind die prozentualen Mehrkosten.

 

 In diesem PDF-Dokument wird eine überschlägige Mehrkostenermittlung für eine Sporthalle vorgestellt.
Das Ergebnis zeigt deutlich, dass die Mehrkosten gegenüber einer Standard-Ausführung nach EnEV 2009 bei weniger als 10% der Gesamtbaukosten liegen.

 

Betrachtet man zusätzlich noch

  • die Einsparungmöglichkeit bei der Heizung durch die sehr viel niedrigere Heizlast
  • die höhere Behaglichkeit durch ein einheitliches Temperaturniveau im Gebäude
  • die einfache und energieeffiziente Kühlmöglichkeit durch den Erdreichwärmetauscher im Sommer
  • die Themen Nachhaltigkeit und verantwortungsbewussten Klimaschutz

 dann sollte die Entscheidung hinsichtlich des Passivhausstandards sehr einfach sein!

 

Randanmerkung:

Bei Sporthallen und ähnlichen Gebäuden ist das Hauptaugenmerk auf die Begrenzung der Lüftungsverluste zu legen.
Die Lüftungsanlage muss mit der Frischluft gut "haushalten", also mittels durchdachter Lüftungswege und einer optimierten Regelung eine maximale Energieeffizienz gewährleisten. Die beste Dämmung hat Ihre Wirkung verloren, wenn die Lüftungsanlage zu hoch auskühlt und/oder wenig Lüftungsnutzen bietet.